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Ich fuhr an einem Sonntagmorgen zur Arbeit…

Ich fuhr an einem Sonntagmorgen zur Arbeit. Es waren sehr wenige Menschen auf der Straße, weshalb ich schon automatisch wachsamer unterwegs war. Als ich die Bahn verließ, stieg eine Handvoll Menschen mit mir aus, doch liefen alle in andere Richtungen als ich. Nur ein Mann lief hinter mir, was ich sofort bemerkte. In meinem Kopf gingen bereits die Alarmglocken an. Ich überlegte hin und her, ob er mir folgte oder zufällig in die gleiche Richtung laufen musste.

Meine Gedanken begannen panisch zu rasen. Um zu testen, ob er explizit mir folgte, bog ich an der nächsten Ecke scharf ab, um einen Parkplatz zu überqueren, anstatt der Hauptstraße zu folgen. Er folgte mir. Ich merkte, wie die Angst in mir Aufstieg und versuchte meine Gedanken zu ordnen, um zu überlegen wie ich mich am besten wehren könnte. Er war direkt hinter mir, als ich mich zwischen zwei parkenden Autos hindurch zwängte. Ich war mir seiner Anwesenheit bewusst, sodass ich mich genau in dem Augenblick, als ich ihn hinter mir spürte, umdrehte. Er griff mir zwischen die Beine. Im selben Augenblick drehte ich mich und mein Gesicht befand sich nur ein paar Zentimeter vor seinem. Ich schrie ihm aus Leibeskräften ins Gesicht: „Verpiss dich, du widerliches Schwein“.


Er drehte sich um und ging langsamen Schrittes davon. Ich konnte vor zittern kaum laufen, wusste nicht wohin. Ich ging erstmal zur Arbeit, da diese direkt um die Ecke war. Bis heute weiß ich wie fassungslos ich von seinem entspannten Gang war. 
Seitdem habe ich panische Angst davor alleine zu Zeiten draußen zu sein, in denen kaum andere Menschen auf der Straße sind.

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Ich fühlte mich komisch danach, eklig, benutzt, wertlos.

Hallo, ich möchte heute mal erzählen was mir passierte.

Bislang hat mich leider niemand ernst genommen oder mir nicht geglaubt. 
Ich bin 19 und hatte vor etwa drei Monaten für letztendlich kurze Zeit einen festen Freund. Eines Abends rief er mich an. „Was machst du?“ – „Nichts.“ an dem Tag hatten wir vorher gestritten und er sagte er wolle mich nicht sehen. „Warum bist du dann nicht bei mir? Ich vermisse dich.“ So merkwürdig ich es auch fand, dass er das sagte (er sagte nie liebe Sachen) freute ich mich und fuhr zu ihm. Angekommen merkte ich, dass er stark betrunken war und dazu auch noch mehrere verschreibungspflichtige Tabletten genommen hatte. Er tat das öfter, auch wenn er mir versprach es nie wieder zu tun. In diesem Zustand war er unberechenbar. Ich wollte schon nach Ankunft nicht mehr dort sein. Zuerst lagen wir nur dort nebeneinander und aus irgendeinem Grund hatte er den totalen Hass auf mich. Er schlug mir unter der Bettdecke die ganze Zeit gegen die Beine. Ich ignorierte es…

Er hörte irgendwann auf und wollte dann plötzlich Sex. Ich nicht. Nicht nachdem er so zu mir war. Ich sagte die ganze Zeit, dass er aufhören soll. Aber er hörte nicht auf. Ich versuchte mich zu wehren aber er ließ in keinster Art und Weise locker. Er wollte, dass ich auch Spaß habe. Ich sagte ich möchte nicht und er soll mich in Ruhe lassen. Dann war’s ihm egal. Und ich hab’s über mich ergehen lassen, weil ich keine Kraft mehr hatte mich zu wehren.


Das schlimmste: Ich habe in dieser Situation nicht begriffen was mir geschah. Ich fühlte mich komisch danach, eklig, benutzt, wertlos. Trotzdem habe ich das alles nicht realisiert, es war für mich eher so, mein Freund hatte Lust und ich nicht. Wochen später bin ich nachts panisch aufgewacht, aus dem nichts, und habe begriffen was da passiert ist.

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Lasst uns Ohren und Augen offen halten und auf unsere Mitmenschen achten.

Ohren und Augen offen halten, auf unsere Mitmenschen achten…..

Hallo, ich möchte gerne etwas mit euch teilen, was mir gestern passiert ist. 

Gestern, um 18 Uhr, war ich mit einer Freundin zum Pizza essen verabredet. 

Ich habe mein Auto geparkt und bin die Straße entlang, zum Pizza Laden gelaufen. Hinter mir liefen zwei Männer und plötzlich, aus dem Nichts, fingen die beiden an mich zu beleidigen. Ich wäre ein möchtegern Hipster, der in diesem Bezirk nichts zu suchen hat, ich soll mich verpissen und ich bin eine scheiß Hure. Reflexartig habe ich mein Handy rausgeholt und meinen Freund angerufen. Ich hatte in dem Moment so eine krasse Angst und musste einfach mit jemanden reden, damit ich mich beruhigen kann. 

Die zwei Typen sind dann an mir vorbeigelaufen und haben mich nochmal als „Scheiß Hure“ beleidigt. 

Als die beiden Männer an mir vorbeigelaufen sind, habe ich panisch angefangen zu weinen und habe meinem Freund erzählt was passiert ist. Ich habe meine Kapuze aufgesetzt aus Angst, dass mich jemand sieht und ich weiter beleidigt werde. Diese habe ich übrigens, bis ich zuhause war, nicht abgesetzt. 

Auf der anderen Straßenseite standen zahlreiche Menschen. Paar sind auch an mir vorbeigelaufen und ganz bestimmt hat mich jemand gesehen, aber niemand ist zu mir gekommen und hat mich gefragt ob alles okay ist. Und genau das hätte ich in diesem Moment gebraucht, nicht alleine zu sein. 

Ich bin eine selbstbewusste Frau, ich mache immer meinen Mund auf und sage immer meine Meinung. Aber in diesem Moment wurde mir meine Stimme und meine Sicherheit genommen. 

Bestimmt können viele Menschen nachvollziehen was in so einem Moment in deinem Kopf passiert. Der Gedanke, dass ich gleich physisch verletzt werde, verprügelt, vergewaltigt etc. war unglaublich groß….

Mein Freund sagte zu mir, ich solle mich zu den anderen Menschen stellen oder andere Menschen ansprechen und sagen was passiert ist, aber ich konnte es nicht. Ich hatte plötzlich vor jedem Mann Angst. Ist das nicht krank? Diese Angst will ich gar nicht haben. Ich habe einen Freund, ich habe viele männliche Freunde und ich liebe sie. Meine Intention ist es nicht alle Männer über einen Kamm scheren, denn nicht alle Männer so sind wie diese zwei Typen. 

Es macht mich so so so krass wütend, dass mir zwei Menschen eine so starke Angst machen können. Ich habe mich klein und verletzlich gefühlt. Das möchte ich nicht. 

Ich möchte mir meine Sicherheit, mein Selbstbewusstsein und meine Stärke nicht nehmen lassen. Ich möchte weiterhin das Gefühl haben an diesen Ort zu gehen und mir sicher, ohne irgendwelche Gedanken, eine Pizza holen zu können.

Diese Geschichte erzähle ich, weil es mir wichtig ist zu verdeutlichen, dass das leider ein „normaler“ Alltag im Leben von Menschen ist, die allein auf Grund ihres Geschlechtes diskriminiert werden. Und das macht mich unglaublich traurig und wütend. 

Trotzdem lasse ich mich nicht kaputt machen. Ich werde aus dieser Situation nur stärker. Denn das nächste mal wenn so etwas passiert nehme ich mir vor zu anderem Menschen hinzugehen und um Hilfe bitten und ich weiß, das wird mich sehr viel Überwindung kosten, aber ich werde es versuchen. 

Wenn wir so eine Situation beobachten, eine Person auf der Straße weinen sehen, lasst uns zu dieser Person hingehen. Lasst uns fragen was passiert ist oder lasst uns der Person ein sicheres Gefühl geben indem wir uns einfach paar Minuten zu ihr stellen und sie vorsichtig ansprechen, damit sich niemand alleine fühlen muss. Lasst uns Ohren und Augen offen halten, auf unsere Mitmenschen achten, denn nur so können wir alle stärker werden und etwas verändern.

Ich danke euch fürs lesen <3 

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„Ich rannte“

Es war Freitagabend. Ich war zuhause und es war kurz nach 0. Ich hatte das dringende Bedürfnis nach frischer Luft. Ich musste den Kopf freikriegen. Also beschloss ich eine kleine Runde um meinen Block zu laufen. Während ich in meinen Gedanken vertieft war, fuhr ein Auto die Straße entlang. Als es in etwa auf meiner Höhe war, fuhr es langsamer. Ich warf einen Blick ins Innere und sah einen Mann, der mich penetrant ansah, während er anfing Schrittgeschwindigkeit zu fahren. Ich lief weiter und wandte den Blick von ihm ab. Dann fuhr er weiter. Ich sah kurz zurück und bemerkte, dass er in eine Einfahrt fuhr und wendete. Die Lichter des Autos wurden immer größer und er kam immer näher. Irgendetwas in mir sagte, dass ich handeln muss. Also rannte ich. Ich rannte eine viel größere Runde, als ursprünglich vorgesehen, bin einen Umweg gelaufen, um zu versuchen ihn abzuwimmeln. Ich hatte den gesamten Weg zurück nach Hause Angst, dass er mich weiter verfolgt. Ich kam vollgeschwitzt und außer Atem bei mir zuhause an. Schloß direkt die Tür und machte sofort die Vorhänge zu. Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen. Ich werde nie wieder nachts eine Runde um meinen Block laufen.