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Mein Yogalehrer

Ich habe vor einigen Jahren einen einwöchigen Yogakurs gemacht, der ziemlich intensiv war. Zu der Zeit ging es mir nicht sehr gut und Yoga und Meditation waren für mich etwas, das ich ausprobieren wollte um Techniken zu finden, im Alltag gesünder und ruhiger zu sein. 
An mehreren Tagen im Kurs weinte ich (ich stand unter Stress und anspruchsvolle körperliche Übungen brachten dann quasi das Fass zum Überlaufen).
Am letzten Tag sprach der Yogalehrer mich darauf an, dass ich offensichtlich so viel Leid in mir trüge und er mir gerne helfen wolle. Wenn ich Interesse habe, solle ich nachmittags wiederkommen.
Ich erwartete irgendwas in Richtung Atemübungen und Meditation und war neugierig.
Ich war dann nachmittags mit ihm alleine in der Halle, wo der Kurs stattfand. Was er mit mir machte beinhaltete viele Berührungen, die immer intensiver wurden. Ich merkte, dass meine Grenzen langsam verschoben wurden aber konnte nicht fassen was passierte. Er sprach mit mir über meinen Schmerz und gab mir “Ratschläge”. Ich weinte und er berührte mich. Letztendlich lag er auf mir drauf, war stark erregt und fragte mich ob ich einen Schritt weitergehen wollte. Ich war auf einmal sehr bei mir und sagte “Nein”. Er ging von mir runter, ich ging wie in Trance zum Klo und sammelte mich.

Danach sprachen wir miteinander. In seinem spirituellen Sprech fragte er mich, wie die “Erfahrung” für mich war und ob ich was hätte mitnehmen können. Er erklärte mir dass es eine Art spiritueller Heilung sein sollte. Ich solle in den nächsten Tagen mit niemandem darüber sprechen und viel Wasser trinken, kein Fleisch, kein Alkohol.

Ich sagte ihm, dass er mich überfordert habe. Dass er mir Hilfe angeboten hatte, aber nur von mir nehmen wollte. Dass ich mit dieser Form von “Spiritualität” nichts anfangen kann. Er hörte geduldig zu und stellte nachfragen. Er sagte: “I asked you and therefore it’s not rape.” Das kickte mich ziemlich in die Realität und ich realisierte was grade passiert war und weiter hätte passieren können.

Auf meine klaren Worte reagierte er wiederholt mit der Bitte diese Situation nicht öffentlich zu machen.

Ich brauchte sehr viel Zeit und viele Gespräche um diese auf vielen Ebenen verstörende Erfahrung einzuordnen. Zeitweise habe ich mich selbst drüber lustig gemacht. Vor kurzem habe ich mich an eine Beratungsstelle gewandt. Wenn ich die Situation beschreibe schwitzen meine Hände und mein Kopf dreht sich, aber ich sehe es als einen riesigen Fortschritt an, dass ich darüber reden kann und überhaupt wahrnehmen kann, wie sehr ich verletzt wurde.
Ich bin allen Freund*innen sehr dankbar, die meine Erfahrung verstanden und ernstgenommen haben.

Ich habe mich selbst nie als eine Person gesehen, der das passieren könnte und trotzdem ist es passiert, weil meine Verletzlichkeit ausgenutzt wurde. Ich möchte, dass andere Menschen da auf sich aufpassen.

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„Das wird dir gefallen!“

Ich war 16, es war Wochenende und ich war mit meiner besten Freundin unterwegs. Wir trafen zufällig ein paar Jungen aus meiner Klasse, die uns zu einer Party mitgenommen haben. Die Party war bei jemandem, der eine Klasse unter uns war und der sturmfreie Bude hatte.

Einer der Jungen aus meiner Klasse schlug vor, dass wir an der Trinkhalle Alkohol kaufen könnten, weil es auf der Party keinen gab. Ich hatte kaum Geld dabei und überraschenderweise hat er mir ein paar Getränke ausgegeben, was ich total nett fand. Er hat mir viele kleine Flaschen Jägermeister gekauft. Das war ich nicht gewohnt und ich wurde ziemlich betrunken.

Zurück auf der Party hat er mit mir geflirtet. Ich fand das zwar ungewöhnlich, aber zunächst nicht unangenehm, weil ich ihn mochte, wenn auch nicht auf diese Art. Ich hielt es an sich eher für einen harmlosen Scherz. Er ist dann noch mal alleine zurück zur Trinkhalle gegangen, um mich noch betrunkener zu machen.

Er fing an, mich zu küssen und meinte, ich solle mal mit ins Nachbarzimmer kommen, er wollte mir was zeigen. Im Nachbarzimmer waren wir allein, es war dunkel und ich erinnere mich, dass er mich auf den Boden zwischen Hanteln und andere Fitnessgeräte gelegt hat. Er hat mich geküsst und mir unter den Pulli gefasst, mich nach und nach weiter ausgezogen und gesagt, dass er mit mir Sex haben möchte. Ich habe über die Idee nur gelacht, habe ihm gesagt, dass ich noch nie Sex hatte und außerdem hatte ich meine Tage. Um einfach aufzustehen und zu gehen, war ich aber zu betrunken und zu müde. Er hat gesagt: „Das wird dir gefallen!“, hat mir den Tampon rausgezogen und sich auf mich gelegt. Dann hat er mich entjungfert, während ich betrunken vor mich hin gedöst habe.

Später bin ich dann nackt an den Leuten meiner Schule vorbei durch die Wohnung gelaufen, um zur Toilette zu gehen, weil ich so betrunken war, dass mir nicht mal aufgefallen ist, dass ich nichts an hatte. Zum Glück war das, bevor es Handys gab, aber in den Wochen danach zur Schule zur gehen, war trotzdem unfassbar peinlich. Noch jetzt, so viele Jahre später, laufe ich regelmäßig einer Frau über den Weg, die in der Klasse war. Und frage mich, ob sie es noch weiß.

Am nächsten Tag hatte ich einen kompletten Filmriss und konnte mich als Letztes daran erinnern, dass wir an der Trinkhalle gestanden und Jägermeister getrunken hatten. Ich habe meine sogenannte Freundin angerufen und gefragt, wo wir am Abend vorher waren und was wir getan hatten. Sie hat mir dann ein bisschen schadenfroh erzählt, dass ich splitternackt bei der Party rumgelaufen bin und dort mein erstes Mal hatte.

Zusätzlich zu der Scham darüber kam dann noch Panik dazu, was mit dem Tampon passiert war, den ich auf der Party noch drin hatte. Ich bin deshalb an dem Wochenende noch als Notfall ins Krankenhaus zum Gynäkologen gegangen, wo ich irgendeine wilde Lügengeschichte erzählt habe, weshalb ich angeblich nicht sicher wüsste, ob ein Tampon tief in mir verloren gegangen ist oder nicht. Auch das war unfassbar peinlich und unangenehm.

Die Erinnerungen an den Abend sind nach und nach zurückgekehrt und die Scham ist lange geblieben. Der Junge aus meiner Klasse ist ein richtig zwielichtiger Typ geworden und ich bin mir sicher, dass er diesen Abend nicht eine Sekunde bereut hat. 

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Ich kann meine Freundin jetzt nicht jedes mal fragen, bevor ich sie anfasse.

November letzten Jahres war ich auf der Geburtstagsfeier eines Freundes. Wir saßen in seinem Zimmer. Einige auf dem Boden, ein Kumpel von ihm, seine Freundin und ich auf dem Sofa. Während des Abends unterhielt ich mich immer mal wieder mit dem Kumpel und seiner Freundin. Irgendwann setzte sie sich auf seinen Schoß und ich kam mehr mit ihm ins Gespräch. Er wirkte nett, aber auch etwas seltsam. Besonders, weil er mich seit meiner Ankunft dauernd ansah und irgendwie hatte ich ein komisches Bauchgefühl bei ihm.
Wir unterhielten uns und immer wieder gab er mir Komplimente über mein Outfit und fragte, ob ich überhaupt eine Hose unter meinem Outfit trug. Plötzlich griff er nach meinem Oberschenkel und schmunzelte mich an. Ich bat ihn darum, seine Hand von mir zu nehmen und fragte ihn, was das soll. Besonders, da seine Freundin noch auf seinem Schoß saß und es nicht mitbekommen hatte. Er erwiderte: „Ich wollte nur wissen, wie du reagierst. Ich finde es toll, wenn Frauen nein sagen können. Das machen nicht viele.“
Ich erwiderte daraufhin, dass die meisten vermutlich nichts sagen, aus Angst, nicht ernst genommen zu werden. Und das man vorher fragen sollte.
Er meinte dann: „Aber ich kann meine Freundin jetzt nicht jedes mal fragen, bevor ich sie anfasse. Und wenn eine Frau nicht angefasst werden will, muss sie es sagen.“
Ich habe das Gespräch von mir aus beendet und einigen von meinen Freunden davon erzählt. Alle rieten mir ab, es meinem guten Freund zu erzählen. Dabei finde ich, dass er wissen sollte, wie sein Kumpel darüber spricht. Und vielleicht denkt er das nächste Mal eher darüber nach, was er sagt und macht.

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Anfangs habe ich ihn weggeschoben

Mit 16 war ich mit meiner Stufe für ein Wochenende weg. Es wurde viel Alkohol getrunken und gefeiert. Ein Typ war die ganze Zeit mega aufdringlich und hat versucht mich von der Gruppe wegzudrängen. Dann hat er versucht mich zu küssen, obwohl ich die ganze Zeit ’nein‘ gesagt habe. Er hat gesagt, er sagt es niemandem und hat weiter gemacht. Irgendwann habe ich auch mitgemacht. Dann hat er mich zu seinem Auto geschleppt und wollte dort mit mir rummachen. Ich habe ’nein‘ gesagt, habe gesagt, dass ich zu betrunken sei und das nicht will. Aber er hat mich festgehalten und ich konnte kaum stehen, geschweige denn mich losreißen. Dann ist er mit seiner Hand in meine Hose. Anfangs hab ich ihn weggeschoben und ’nein‘ gesagt, irgendwann habe ich es über mich ergehen lassen, die Augen zugemacht und geweint. Ich dachte, dass sei besser als wenn ich mich weiter wehre und er mir wehtut. Er hat dann auch meine Hand in seine Hose geschoben. Irgendwann hat er mich gehen lassen. Ich habe ein paar mal geduscht und niemandem davon erzählt. Ich dachte es sei meine Schuld, weil ich betrunken war und er das sicher „nicht so gemeint“ hat.

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Ich habe eine Sexualtherapie angefangen…

2015 – ich war 14, er 15

Es war das erste Mal, dass ich mich mit meinen Freunden zum Trinken traf. Wir waren bei einer Freundin zu Hause. Ich kannte ihn, er ging in meine Klasse und war Teil unserer Freundesgruppe. Im Laufe des Abends, während wir immer betrunkener wurden, fing er an mich im Beisein meiner Freunde anzufassen (ich weiß nicht, ob sie es gemerkt haben). 

Ich sagte nichts, fühlte mich unwohl und war aufgeregt. Irgendwann wurde es mir zu viel. Ich wollte Abstand und ging auf den Balkon. Er kam nach und fragte, ob es mir gut ging und ob ich was trinken wollte. Ich sagte ja, aber bitte keinen Alkohol. Er kam mit „Wasser“ bzw. Wodka zurück. Ich nahm einen Schluck und bekam ein ganz komisches Gefühl. 

Die Situation war mir sehr unangenehm, deswegen sagte ich, ich würde lieber reingehen zu den anderen, weil mir kalt war. „Ich weiß was dagegen hilft“ sagte er. Ich war dabei reinzugehen, aber er packte mich an meinem Arm und küsste mich. Ich war so erschrocken und machte erstmal mit, irgendwie hatte ich das Gefühl, dass ich in dem Moment gar nichts mehr machen konnte. Ich war wie versteinert. Er ließ seine Hand unter meinen Slip gleiten. Es war mir absolut unangenehm, wie seine Hand auf meiner Vulva lag. Und dann führte er seinen Finger ein. Es tat weh, ein stechender Schmerz. 

Unangenehm, schmerzhaft, verletzlich, ausgeliefert, unsicher, komisch, kalt. Das fühlte ich in diesem Moment. „Ich glaube das ist keine gute Idee…“ entgegnete ich. Und er reagierte mit: „Wir sind doch nur unter Freunden…“. Und dann ging ich doch rein. Als ich auf Toilette ging, war Blut in meiner Unterhose…

Das war meine erste Erfahrung mit sexueller Berührung. Er drehte es später so, dass ich ihn geküsst hätte. Ich konnte ihm nie meine Meinung sagen und dieses Erlebnis hat meine Sexualität nachhaltig geprägt. Es folgten viele weitere schlechte Erfahrungen mit Männern und Sex, wie in einer Negativspirale. Vor einem Jahr habe ich eine Sexualtherapie angefangen, die mir geholfen hat zu heilen und an meinen Wunden zu arbeiten.

Auch wenn ich weiß, dass mich diese Erfahrungen mein ganzes Leben lang begleiten werden, konnte ich durch die Therapie wieder zu meinem Körper finden. Endlich kann ich bei Sex und Selbstliebe FÜHLEN und habe so gut wie keine Schmerzen mehr bzw. weiß, wie ich sie kommuniziere und nein sage.

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Ich sagte „Nein“. Daraufhin erwiderte er „Was Nein? Drück dich mal besser aus“.

Ich war damals die Affäre und dachte ernsthaft das mit uns hätte eine Zukunft. Er brachte mich bei seinem besten Freund unter, weil er noch kurz etwas von der Arbeit zu erledigen hatte. Es dauerte Stunden und ich wurde müde. Er bot mir an auf der Couch ein wenig zu schlafen. Als ich mich jedoch hingelegt hatte, legte er sich nach ein paar Minuten plötzlich zu mir und fing an mich anzufassen. Er presste sich an mich und ich sagte „Nein“. Daraufhin erwiderte er „Was Nein? Drück dich mal besser aus“, und machte weiter. Ich rückte von ihm ab und versuchte ihm zu entkommen, als er tatsächlich irgendwann aufhörte. Als mein „Partner“ zurückkam, sprach er mich im Auto darauf an, ob irgendwas passiert sei. Ich erzählte es ihm und seine Reaktion war: „Das macht er bei allen Freundinnen außer meiner Frau und bei fast allen außer dir hats geklappt.“ 
Da wusste ich wir haben keine Zukunft und erst Jahre später konnte ich es wem erzählen.

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Damals war ich 16.

Ich hatte an dem Tag einen Termin. Ich war danach sehr fertig mit den Nerven und habe mich auf einen leeren Spielplatz zurückgezogen, weil ich weinen musste. 
Plötzlich kam ein Mann zwischen 20 und 30 auf mich zu. Er hat mich zuerst auf die Wange geküsst, hat sich neben mich gesetzt und mich an intimen Stellen angefasst. Ich war im ersten Moment viel zu schockiert um zu reagieren. Der Mann sagte immer wieder etwas von „Kaffee und Tee mit nach oben“.
Er nahm mich an die Hand und ging in die Richtung von einem Hochhaus. Als ich davor stehen geblieben bin, hat er versucht mich hochzuheben und wollte mich auf den Mund küssen.
Zum Glück hat sich in dem Moment noch ein Schalter bei mir umgelegt und ich konnte mich losreißen und bin dann wie der Teufel gerannt.
Der Typ hat wahrscheinlich gesehen, dass ich in einer verletzlichen Lage bin und wollte das ausnutzen.

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„Er hat mich nicht aus den Augen gelassen“

Gestern waren meine Mum und ich am See. Wir sind nackt geschwommen, weil keiner in der Nähe war, dachten wir. Aus einiger Entfernung hat uns ein Mann gesehen, habe mir nicht viel dabei gedacht. Später kam er dann aber rüber zu uns und hat sich ein paar Meter von uns entfernt hingelegt. Wir waren mittlerweile angezogen und haben Zigarettenstummel eingesammelt. Dabei hat er mich nicht aus den Augen gelassen und hatte seine Hand in der Badehose. Ich wusste nicht, was ich tun sollte. Ich wollte ihn konfrontieren, aber hab mich nicht getraut. Meiner Mama ist es gar nicht so aufgefallen. Fühlt sich kacke an. Weiß nicht, ob ich mich trauen würde, dort allein wieder hinzufahren…

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„Stell dich nicht so an, ich weiß doch, dass du so eine bist“

Ich war 17 und auf einer kleinen Party mit einigen Freundinnen, man kannte viele Leute.
So auch ihn. Wir kannten uns schon einige Jahre und hatten uns vor ein paar Monaten auf einer Party auch schon geküsst. 
So fing es diesmal auch an, wir sind zusammen eine rauchen gegangen und standen zusammen mit etwa 7-8 Leuten. Da fiel ihm auf, dass er kein Bargeld mehr hatte und fragte ob ich mit ihm zur Sparkasse gehen würde, sie sei nur etwa 3 Minuten entfernt. Das war der erste Moment, den ich mir anschließend Jahre lang vorwarf. — Warum bist du mitgegangen, wieso bist du nicht dort geblieben und hast mit deinen Freundinnen gefeiert? —

Wir liefen los, ich ihm hinterher ohne zu wissen wohin bis zu einem Park. Er küsste mich und anfangs war das auch ok so und ich muss ehrlich sagen ich wollte ihn auch küssen. Dann fing er an mir zwischen die Beine zu fassen und meine Hand an sein Glied zu drücken. Ich sagte ’nein‘ und das ich das nicht will, wo denn jetzt die Sparkasse sei und ob wir bitte zurück zur Party gehen könnten. 
„Stell dich nicht so an, ich weiß doch, dass du so eine bist“, erwiderte er, während er mich zu Boden riss, mich mit der einen Hand würgte und mit der anderen meine Hose öffnete.

Ich war kurz wie erstarrt und wusste nicht weiter. Ich wollte schreien, aber ich konnte nicht. Bis heute weiß ich nicht wie genau ich es gemacht habe, aber ich bin losgekommen und bin zurück gerannt zu dieser Party, zu meinen Freundinnen und bin mit ihnen nachhause gegangen. Ich habe geweint und am ganzen Körper gezittert, konnte aber niemandem davon erzählen, weil ich immer dachte ich sei selber schuld gewesen und dass ich überreagiere… Heute weiß ich, dass das nicht stimmt.
Der erste Freund, dem ich diese Situation nach einigen Jahren erzählen konnte, der mir damals zusprach und für mich da war, ist heute mit ihm befreundet…

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Ich habe in Tracht gekellnert…

Ein Erlebnis, welches sich mir eingeprägt hat, geschah als ich 16 war. Ich wohne in Bayern und habe in Tracht gekellnert. Mir ist etwas Kleingeld aus dem Geldbeutel gefallen. In meinem Dirndl habe ich mich extra nicht vornübergebeugt, sondern bin in die Hocke gegangen um die Münzen aufzusammeln. Obwohl ich mich zur Seite gedreht habe, um den Blick ein wenig zu versperren, durfte ich mir von dem Gast (74-jähriger Freund meiner Oma) anhören, dass ich seine Maß doch gleich wieder mitnehmen solle, denn nach dem Anblick sei das Einzige was er trinken wolle nur noch meine Brustmilch.

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Mein Körper gehört nur mir!

Ich war so circa 14/15 und in meiner ersten Beziehung. Wir waren schon einige Zeit zusammen und hatten auch schon Geschlechtsverkehr gehabt. 
An einem Tag lagen wir im Bett und haben gekuschelt und rumgemacht. Er wollte mehr, ich aber nicht. Ich habe immer wieder ‚Nein lass das‘ oder ‚Nein ich will das nicht‘ gesagt und ihn versucht von mir runter zu drücken. Aber es ist trotzdem passiert. Er ist danach nach Hause und ich hatte danach körperliche Schmerzen. Als ich ihn am nächsten Tag darauf ansprach, hat er gesagt das sowas keine sexuelle Gewalt sein kann weil wir in einer Beziehung sind und man da immer Sex haben kann. 
Ich habe lange gebraucht um zu realisieren, dass das Schwachsinn ist. Mein Körper gehört nur mir und auch in einer Beziehung muss mein Partner das zu jedem Zeitpunkt respektieren!

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„Verhütung sei nicht Sache der Krankenkasse und ich solle doch einfach auf Sex verzichten.“

Ich bin 20, wurde mit 14 einmal vergewaltigt und einmal genötigt. Bis heute tue ich mich schwer damit, zu akzeptieren, dass ich genauso Opfer einer Vergewaltigung geworden war wie Andere und niemandes Leid und Erlebnis bagatellisiere, wenn ich das auch so benenne. Ich hatte, und habe noch, sehr große Angst, dass man mich nicht ernst nimmt und mich so, schlimmstenfalls, wieder zum Opfer macht. Inzwischen bin ich über ihn hinweg, habe die Erfahrung weitgehend verarbeitet und bin sogar glücklich vergeben. Hierher haben meine Freunde und mein Freund mich begleitet, die mich immer ernst genommen haben. Deshalb konnte ich mit meinem Freund zum ersten Mal in meinem Leben einvernehmlich Sex haben. Mein Freund und ich haben tollen Sex, reden gerne darüber und probieren neue Dinge aus. Bald hielt ich unsere Beziehung für bereit, dass sich die Kupferspirale lohnen würde. Ich vertrage keine Hormone und Kondome sind mir zu unsicher. Da ich aber diese negativen Erfahrungen mit Männern gemacht hatte, war ich häufig verkrampft. Untersuchungen beim Frauenarzt waren immer sehr unangenehm, aber ich machte sie trotzdem. Die Spirale wollte ich mir aber dennoch nicht ohne Narkose einsetzen lassen, da ich schon bei der Vermessung fast geweint hatte und dieses Gefühl des „Ausgeliefert seins“ mit dieser Körperregion nicht nochmal erleben wollte. Tagesklinik, Krankenkasse und Frauenärztin schoben mich immer hin und her, niemand war zuständig, zu bewilligen oder konkret Auskunft zu erteilen. Vor lauter Stress blieb meine Periode aus, da aber nur hier die Spirale eingesetzt werden kann, weil der Muttermund der Gebärmutter dann geöffnet ist, wurde ich nur noch verzweifelter. Alle Kontrolle, Urteilsbefugnis und Entscheidungsfreiheit wurde mir weggenommen – wieder mal. Als ich dann auch noch schlimme Krämpfe bekam, wollte ich die Schmerzen loswerden und eine Schwangerschaft ausschließen lassen, nur für den Fall. Ich schilderte der Ärztin meine beiden Anliegen, die Schmerzen und Sorge um eine mögliche Schwangerschaft auf der einen, sowie die Verschreibung einer Narkose, auf der anderen Seite. Ich hatte ja zuvor nur mit der Sprechstundenhilfe gesprochen. Auf das akute Anliegen ging sie gar nicht erst ein, sondern reagierte genervt auf das Narkose-Thema. Sie ließ mich nicht aussprechen und als ich ihr sagte, es sei mir nicht leicht, darüber zu reden, antwortete sie mit „Ja, für mich auch nicht“. Ich habe mich selten weniger ernst genommen gefühlt. Ich erzählte dennoch davon, auch, dass ich eine Therapie mache. Sie hörte desinteressiert und abgewandt zu, fragte mich „Und? Was soll ich jetzt tun?“. Ich erklärte ihr nochmal, wie ich nun zu meinem Anliegen komme. Sie meinte, dass das alles keine Begründungen seien, auch nicht bei ausbleibender Periode, ich könne ja anders verhüten. Sie fand aber auch keine alternative Verhütungsmethode. Die psychischen Begründungen waren ihr nicht genug, sie stellte es so dar, als würde ich übertreiben, wenn nicht gar lügen, es gehe jeder dritten Frau so, das sei ja nicht fair, mir eine Narkose zu bewilligen, bloß, weil ich Angst hätte. Ihr Ton war sehr unangebracht und höhnisch dazu, Professionalität gleich 0. Als ich sie ansprach, dass ein Trauma ja wohl ein Grund ist, antwortete sie eiskalt, dass das ja nicht ihr Problem sei. Verhütung sei nicht Sache der Krankenkasse und ich solle doch einfach auf Sex verzichten. Ich begriff, dass es keinen Sinn machte und wollte wenigstens noch die Schwangerschaft ausschließen lassen, wenn ich auf weitere Hilfe schon nicht bauen konnte. Darauf angesprochen redete sie unentwegt weiter darüber, dass das nicht gehe mit der Narkose. Nach mehreren Anläufen erlaubte sie, dass ich das Thema wechselte. Immerhin nannte sie einige Gründe für meine Symptome. Jedoch meinte sie nur, dass eine Diagnostik nur mit Untersuchung möglich wäre, und dass ich, weil ich doch so empfindlich sei, auch einfach gehen könne, ich sei ja freiwillig da. Sie verweigerte mir so eine äußerst wichtige Behandlung. Bevor ich irgendetwas dazu hätte sagen können, meinte sie, wir müssten uns nicht streiten und mit diesen Worten hielt sie mir die Tür auf.

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‚Du bist jetzt bestimmt ganz feucht‘

Ich war auf der Geburtstagsfeier einer Mitschülerin und unterhielt mich mit Anderen. Da kam, ein mir fremder Junge, und fing an den Mitschüler, mit dem ich mich unterhielt, zu massieren. Nach einigen Sekunden fiel sein Blick auf mich und er machte das auch bei mir. Ich fand das unangenehm, meine Schultern verkrampften sich und ich ging einen Schritt zur Seite. Er fragte nach meinem Namen und stellte sich vor. Nach meiner Antwort sagte er, dass er in der Nähe wohnen würde und ob ich mitkommen möchte. Ich sagte, ‚Nein, ich kenne dich doch garnicht‘. Die ganze Situation kam wir sehr absurd vor. Er fragte nochmals und nach einem ausdrücklichen ‚Nein!‘ ging er weg mit den Worten ‚Du bist jetzt bestimmt ganz feucht‘. Der Mitschüler, mit dem ich vorher geredet hatte, sagte mir darauf ‚Mach dir keine Gedanken. XY ist nunmal so‘.
Heute würde ich was sagen, aber damals war ich viel zu schüchtern um was zu sagen.

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Bitte redet sexuelle Belästigung, sexuellen Missbrauch und Vergewaltigungen innerhalb einer Partnerschaft nicht klein!

Ich war mit meinem Freund mehrere Jahre lang zusammen. Er tat immer so als wäre mein Körper, sein Körper und als hätte er zu jedem Zeitpunkt das Recht mich anzufassen. Er überredete mich oft zum Sex. Machte mir dann dauerhaft Komplimente, fasste mich an, küsste mich und zog mich aus bis ich „einwilligte“.

Er wusste, dass ich in der Vergangenheit sexuell missbraucht wurde und unter psychischen Problemen leide. An einem Abend sagte ich ihm, dass ich in nächster Zeit erstmal keinen Sex oder ähnliches möchte, weil es mir einfach nicht gut geht. Ich weinte an dem Abend ziemlich viel, hatte eine Panikattakte und fühlte mich in meinem Körper einfach unwohl. Er nahm mich in den Arm und sagte, dass das nicht schlimm sei und er das akzeptierte. Wir guckten einen Film, ich lag in seinem Arm und er tat alles dafür, dass es mir besser geht.

Dadurch konnte ich mich etwas entspannen. Ich habe mich total sicher gefühlt.

Am nächsten Morgen wachte ich mit seiner Hand in meiner Hose auf. Seine Hand berührte mich und er streichelte über mein Becken, bis sie unter meine Unterhose, zwischen meine Beine wanderte. Ich war wie erstarrt. 
Irgendwann sprang ich auf und ging ins Bad. Dort ging ich duschen, zog mich an und versuchte stark zu sein. Ich probierte mir einzureden, dass ich übertreibe und die Situation gar nicht so schlimm war. Schließlich ist er ja mein Freund.

Seit dem Tag konnte ich keine körperliche Nähe mehr zulassen. Ich war so unglaublich verletzt, weil er mein ganzes Vertrauen zerstört hat. Er hat mich und meine Grenze nicht akzeptiert, meine Schwäche ausgenutzt und das obwohl ich klar kommuniziert hatte, dass ich nicht angefasst werden möchte.

Bitte redet sexuelle Belästigung, sexuellen Missbrauch und Vergewaltigungen innerhalb einer Partnerschaft nicht klein! Nur weil er/sie euer Partner ist heißt das nicht, dass er/sie alles machen kann!

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„Ich kann jetzt deutlicher nein sagen“

Ich hatte mich mit einem Jungen, den ich gerne mochte, auf ein Date getroffen. Wir hatten uns einen Film angeguckt und uns auch geküsst, was ich bis zu diesem Zeitpunkt auch noch schön fand. Doch dann fing er immer wieder an mich zufassen. Mal schob er seine Hand unter mein Shirt, die ich immer wieder wegschob, und versuchte meine Brüste anzufassen. Mal grabschte er mir an den Po oder steckte mir seine Hand in die Hose. All seine Versuche hatte ich jedesmal abgeblockt, da ich mich damit sehr unwohl fühlte, doch er hörte nicht auf. Danach die Wochen habe ich mich unglaublich schlecht gefühlt und mir selbst die Schuld gegeben, da ich ja deutlicher hätte sein können. Doch mittlerweile habe ich gelernt das es nicht meine Schuld war und kann jetzt deutlicher denn je nein sagen!