„Heute kann ich etwas offener darüber reden, dieser Prozess dauerte jedoch über 10 Jahre.“

Es fing alles in der Grundschule an. 3 Jahre lang wurde ich sexuell missbraucht und geschlagen. Bis heute wissen meine Eltern nicht bescheid. Mir wurde gedroht, er würde allen erzählen ich wollte es so und hätte es verdient. Irgendwann glaubte ich, dass ich selbst schuld war und mir fiel es schwer es keinem zu erzählen. Ich ging jeden Tag mit Bauchschmerzen ins Bett. Im Grunde wartete ich nur den Tag ab, an dem ich endlich zur Oberschule gehen konnte. Ich zwang mich dazu alles zu verdrängen, war erfolgreich und verstand dadurch lange nicht was mir passierte, bis ich in der neunten Klasse war und durch Nachrichten aus dem Fernsehen und Geschichten, die erzählt wurden, verstand, dass ich selbst Opfer sexuellen Missbrauchs war. Durch diese Erkenntnis stürzte ich ab, nahm Drogen, um wieder alles zu verdrängen. Natürlich erfolglos. Als ich dann verstand, dass ich darüber reden muss, um es zu verarbeiten, ging ich auf einen Freund zu. Seine Reaktion: sei froh, dass nichts schlimmeres passiert ist. Dies schreckte mich natürlich ab und ich redete wieder lange mit keinem darüber. Heute kann ich etwas offener darüber reden, dieser Prozess dauerte jedoch über 10 Jahre.