„Mein Blick viel sofort auf seinen Schwanz, den er rausgeholt hatte und sich gerade grinsend einen runterholte.“

Mit 17 war ich zum ersten Mal spät Abends – gegen 20/21Uhr – im Fitnessstudio am Theo. Als ich ankam war dort nur ein Vater mit seinem Sohn, die sind nach einer Weile dann auch gegangen und ich war allein. Ich hab mir wirklich gar nichts dabei gedacht. Ich war im Free-weights Bereich und habe dort mit dem Rücken zum Fenster Squats gemacht, so wie jedes mal wenn ich dort bin. Ich hatte meine Kopfhörer drin und die Musik war ziemlich laut. Auf einmal hörte ich hinter mir ein Klopfen. Ich drehte mich instinktiv um und sah direkt hinter mir draußen vor dem Fenster einen Mann stehen. Mein Blick viel sofort auf seinen Schwanz, den er rausgeholt hatte und sich gerade grinsend einen runterholte. Ich dachte nur (und sagte es glaub ich auch): „IEH!“ und mein Gehirn war plötzlich wie leer gefegt. Ich griff meine Sachen und rannte nach unten in die Umkleide. Ich hatte echt SO Schiss, mein Herz hat so schnell geschlagen und es war total schwer, einen klaren Gedanken zu fassen. Ich wusste einfach nicht, was jetzt am besten wäre – nach oben gehen, das Fitnessstudio verlassen und riskieren, dass er sich vielleicht noch dort rumtreibt und wer weiß was mit mir machen will? Oder hier unten bleiben und vielleicht nicht mitkriegen, dass er irgendwie ins Fitnessstudio reinkommt? Denn hier unten war ich wirklich komplett abgeschottet. Ich hatte nicht mal Handy Empfang. Ich wollte auf keinen Fall nach draußen und dort direkt vor dem Studio auf den Bus warten, weil ich einfach Angst hatte. Also lief ich die Treppe halb wieder hoch und hatte dort Empfang. Ich rief meine Mutter an, und sagte ihr, dass dort draußen so ein ekliger „Pedo“ rumlaufen würde und ich mich nicht raus traue. GOTT SEI Dank, dass meine Mutter mich ernst genommen hat, denn ich habe mich wirklich so unglaublich allein gefühlt in diesem Moment. Sie hat sich SOFORT auf den Weg gemacht, um mich abzuholen und war 15 Minuten später da. Sie rief mich an, um mir Bescheid zu sagen und ich RANNTE durchs Fitnessstudio und aus der Tür ins Auto. Als ich im Auto saß, sagte sie zu mir: „Hey, wie kommst du eigentlich auf das Wort Pedo? Du weißt, dass ein Pedophiler jemand ist, der sich an Kindern vergreift, bzw. aufgeilt?“ Ich erklärte ihr, dass ich einfach nicht wusste, wie ich jemanden beschreiben sollte, der sich unerlaubt in der Öffentlichkeit auf mir einen runterholt. Das hatte ich ihr so genau vorher noch gar nicht erzählt. Sie war so schockiert und schrie mich förmlich an, warum ich denn nicht SOFORT die Polizei gerufen hätte?! Also rief sie die Polizei. Als die ankamen, waren natürlich schon ca. 25-30 Minuten vergangen und der Typ war nirgends zu finden. Wir standen in der Nähe der Scheibe, an der der Mann gestanden hatte und ich erzählte den Polizisten grade erneut die Geschichte, als ich plötzlich etwas Weißes an der Scheibe kleben sah. Ich machte die Polizisten darauf aufmerksam und sie machten große Augen. Sie gingen zur Scheibe und inspizierten sie.“Jap! Der hat doch echt gegen die Scheibe gewichst!“  (ich schwöre, das waren seine genauen Worte). Die Polizisten sagten, dass es sehr unüblich sei, dass solche Leute „fertig wurden“ und er da wirklich eine Weile hatte stehen müssen, was mir wirklich unglaublich unangenehm war. Sie nahmen eine Sperma Probe, um sie zu analysieren. Ich war den ganzen Abend lang total zittrig. Seit dem – und das war vor VIER JAHREN – gehe ich nicht mehr Abends ins Fitnessstudio. Generell mag ich es nicht, wenn ein Fitnessstudio im Erdgeschoss ist, ich fühle mich da einfach total unwohl. Manchmal sind es solche kleinen Dinge, in denen uns solche Geschehnisse beeinflussen und wir tendieren dazu, sie zu vergessen oder als nicht so wichtig abzustempeln. Aber um ehrlich zu sein hat mich das traumatisiert.